
Im Grunde gefällt mir der Begriff "Showlinie" nicht. Aber da er in der heutigen Retrieverwelt ein Begriff ist, lassen wir ihn einfach mal stehen……
Von ihren Vorfahren haben Hunde aus Showlinien und Hunde aus den Arbeitslinien, besser bekannt als Field Trial Linien, kaum noch etwas miteinander zu tun. In England trennten sich bereits in den 50/60er Jahren beide Bereiche und heute findet man im Grunde keine gemeinsamen Vorfahren mehr in den Ahnentafel. Nicht nur genealogisch sondern auch typmäßig findet man heute z.T. große Unterschiede in beiden Linien.
Oft hört man den Begriff dual purpose Retriever, ein Hund der sowohl Schönheit als auch Arbeit in sich verbirgt. Meiner Meinung nach braucht es diesen Begriff nicht, da bei züchterischer Beachtung des Standards ein typischer Golden Retriever immer auch ein dual purpose sein sollte.
Der Standard schreibt:
….Verwendung: Apportierhund für die Flintenjagd; Verhalten/Charakter: Wille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten, freundlich, liebenswürdig und zutraulich.
Allgemeines Erscheinungsbild: Symmetrisch, harmonisch, lebhaft, kraftvoll, ausgeglichene Bewegung, kernig bei freundlichem Ausdruck.
Da zu einem retrievertypischen Wesen auch entsprechende jagdliche Anlagen gehören ist es für mich wichtig diese Anlagen auch in der Showlinie zu erhalten und zu fördern, so stehen diese Hunde genauso wie unsere Field Trialer im jagdlichen Einsatz und laufen auch schon mal erfolgreich auf dem einen oder anderen Field Trial oder Working Test.
Vom Exterieur sollte ein Golden für mich harmonisch sein, korrekt gewinkelt mit einer geraden Rückenlinie und einem typvollen Kopf. Bei sehr guter Knochenstärke und entsprechender Substanz, sollte er aber nicht zu schwer sein um sein raumgreifendes, schwungvolles Gangwerk zeigen zu können.
Hinter meiner Showlinie verbergen sich Hunde, die im Grunde alle von meiner Stammhündin Shadowfax Amazing Grace abstammen.